, Wägli Thomas

Die Bedeutung der Moore als C02-Speicher

Moore sind nicht nur faszinierende Lebensräume, sondern auch bedeutende CO₂-Speicher. In der Schweiz, wo über 90 % der Moorflächen durch Entwässerung und Nutzung verloren gegangen sind, gewinnen die verbliebenen Moore wie das Heidmoos in Hindelbank zunehmend an Bedeutung für den Klimaschutz. Das Heidmoos befindet sich nördlich der Weiher im Hurstmoos bis zur Autobahn A1. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.

Moore: Natürliche CO₂-Speicher
Moore entstehen über Jahrtausende durch die Ablagerung von Pflanzenmaterial in wassergesättigten Böden, wodurch Torf gebildet wird. Dieser Prozess bindet langfristig Kohlenstoff. Werden Moore jedoch entwässert, oxidiert der Torf, und der gespeicherte Kohlenstoff wird als CO₂ freigesetzt. Intakte oder renaturierte Moore hingegen speichern weiterhin CO₂ und tragen so aktiv zum Klimaschutz bei.

Das Hurstmoos: Ein Biotop mit Geschichte
Das Hurstmoos, auch liebevoll "Mösli" genannt, wurde in den 1960er-Jahren vom damaligen Aquarienverein Burgdorf vor der Verlandung gerettet. Zwischen 1967 und 1972 legten die Vereinsmitglieder vier Weiher an und errichteten ein Blockhaus – insgesamt leisteten sie rund 8'950 Stunden freiwillige Arbeit.
Heute betreut der Hurstmoos-Verein das Gebiet, das sich zu einem beliebten Naherholungsziel entwickelt hat. Die Weiher und umliegenden Flächen bieten Lebensraum für diverse Fischarten, Amphibien, Insekten und Vögel. Besonders hervorzuheben sind botanische Raritäten, die in diesem einzigartigen Biotop gedeihen.

Das Heidmoos: National geschütztes Hochmoor
Das zwischen dem Biotop und der Autobahn A1 gelegene Heidmoos ist ein Hochmoor von nationaler Bedeutung und steht unter besonderem Schutz. Es erfüllt die Kriterien des Bundesinventars für Hoch- und Übergangsmoore: Vorhandensein von Torfmoosen, spezifischer hochmoorbewohnender Pflanzenarten und eine Mindestfläche von 625 m² .
Als Hochmoor wird das Heidmoos ausschliesslich durch nährstoffarmes Regenwasser gespeist, was es zu einem empfindlichen, aber wichtigen CO₂-Speicher macht. Der Schutz solcher Moore ist essenziell, da sie nicht nur Kohlenstoff binden, sondern auch seltenen Arten einen Lebensraum bieten.

Klimaschutz im Kleinen: Was wir tun können
Der Erhalt und die Pflege von Mooren wie dem Heidmoos sind entscheidend für den Klimaschutz. Durch Renaturierungsmassnahmen können entwässerte Moore wieder zu effektiven CO₂-Speichern werden.

Initiativen wie der Hurstmoos-Verein oder die Umweltgruppe Hindelbank zeigen, wie lokales Engagement einen bedeutenden Beitrag leisten kann.

Tipps für den Alltag:

  • Torffreie Produkte wählen: Vermeiden Sie torfhaltige Blumenerde, um den Abbau von Mooren zu reduzieren.

  • Moorgebiete respektieren: Bleiben Sie auf ausgewiesenen Wegen und stören Sie die empfindliche Flora und Fauna nicht.

  • Engagement zeigen: Unterstützen Sie lokale Naturschutzvereine oder beteiligen Sie sich an freiwilligen Arbeitseinsätzen.

Fazit
Biotope wie das Hurstmoos und Moore wie das Heidmoos in Hindelbank sind nicht nur ökologische Schätze, sondern auch wichtige Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel.
Ihr Schutz und ihre Pflege sind ein Beispiel dafür, wie Klimaschutz auf lokaler Ebene erfolgreich umgesetzt werden kann.